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Medienkunst

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Medienreflexion

Der Begriff Medienkunst ist in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts als Beschreibung für künstlerische Arbeiten aufgekommen,
die mithilfe der elektronischen Technologien Fernsehen, Video und Computer produziert wurden; oft sind auch Fotografie und Film
in dieser Bezeichnung inkludiert.

Erstmals wurde 1969 bei der Ausstellung ”TV as a Creative Medium” in der New Yorker Howard Wise Gallery der Begriff VIDEO ART
geprägt. Die Show erregte vor allem durch ihre Ausrichtung auf technisch-ästhetische Experimente mit den audiovisuellen,
elektronischen Technologien Aufmerksamkeit.

LINK: Broschüre TV as A Creative Medium

Die Geschichte der europäischen Medienkunst ist stark mit der FLUXUS-Bewegung und dem WIENER AKTIONISMUS verbunden:
in beiden Strömungen standen die Reflexion der verwendeten Technologien sowie die Rolle des menschlichen Körpers als künstlerisches
und gesellschaftliches Medium im Mittelpunkt vieler Arbeiten. KünstlerInnen wie VALIE EXPORT und Peter Weibel haben die Medialität
von Sprache, Fotografie, Film, Video, Fernsehen und die digitalen Informationstechnologien thematisiert.



Interaktivität

In den 1990er Jahren wurde der Begriff INTERAKTIVE KUNST geprägt. Darunter werden künstlerische Arbeiten zusammengefasst,
die mithilfe von INTERFACES (Mensch-Maschine-Schnittstellen) Computerprogramme und ihre ästhetischen Emergenzen steuern.
Die Aktivität der ”BetrachterInnen” ist dabei die Voraussetzung dafür, dass ein Kunstwerk überhaupt wahrnehmbar wird.

Die Abbildung oben zeigt einen Ausschnitt aus der interaktiven Installation „Under Scan“ von Rafael Lozano-Hemmer. In dieser Arbeit
funktioniert der Schatten der BesucherInnen als INTERFACE für das Erscheinen und die Aktivitäten von Videoporträts am Boden
des Ausstellungsraumes.


Vernetzung

Ende des 20. Jahrhunderts wurde auch der Begriff NET ART geprägt, der die ästhetischen Experimente von KünstlerInnen mit den
sozialen und technologischen Möglichkeiten des Internet bezeichnet.

Medienkunst wird oft auch als TIME BASED ART bezeichnet. Dieser Begriff fokussiert auf die zeitlichen und räumlichen Konstruktionen,
in denen solche Kunst wahrgenommen wird. Begriffe wie DIGITALE KUNST, VIRTUELLE KUNST, GAME ART oder ELEKTRONISCHE
KUNST veranschaulichen die Vielfalt der theoretischen und wissenschaftlichen Perspektiven, aus denen Kunst beobachtet werden kann.


LINKS
Electronic Arts Intermix (Video- und Medienkunstarchiv)
MedienKunstNetz (Online-Datenbank für Medienkunst)